Die Quelle der Rehakompetenz
ein Interview mit Marcus Graf von Oeynhausen-Sierstorpff

Die Unternehmensgruppe Graf von Oeynhausen-Sierstorpff (UGOS) ist der größte Arbeitgeber in Bad Driburg. Die drei Geschäftsbereiche innerhalb der Holding, „Gräflicher Park Hotel & Spa“, die „Gräflichen Kliniken“ und die „Gräflichen Quellen“ mit den Bad Driburger Naturparkquellen, werden in der jahrhundertealten Familientradition von Nachhaltigkeit, hohem Qualitätsanspruch und couragiertem Unternehmergeist geführt.

Zur Gruppe der „Gräflichen Kliniken“ gehören insgesamt vier Fachkliniken in Bad Driburg, Bad Hermannsborn und dem thüringischen Bad Klosterlausnitz sowie ein Ambulantes Reha Zentrum in Jena. „Die Gräflichen Kliniken haben sich in der Spitzengruppe der Rehabilitationskliniken etabiliert“, berichtet Marcus Graf von Oeynhausen-Sierstorpff, Geschäftsführer der UGOS.

Der Erfolg der Gräflichen Kliniken basiert auf einer über 235-jährigen Tradition im Gesundheitswesen. Sie sind innovativ, hoch fachkompetent und mit hohem Qualitätsbewusstsein und Ressourcenorientierung zukunftsweisend zum Wohle ihrer Patienten und Partner tätig.

Auf welche Bereiche haben sich die einzelnen Kliniken spezialisiert?

Die Caspar Heinrich Klinik Bad Driburg (269 Betten) ist spezialisiert auf Kardiologie, Gastroenterologie und Orthopädie. Besondere Schwerpunkte sind die Behandlung von Herzinfarkt-, Herzklappen- und Leberpatienten sowie von Patienten mit Extremitätengelenkserkrankungen und Wirbelsäulenkrankheiten. Die ebenfalls in Bad Driburg ansässige Marcus Klinik mit 308 Zimmern konzentriert sich auf die neurologische und orthopädische Rehabilitation. Diese hochspezialisierte Fachklinik liegt unmittelbar am Gräflichen Park und hat somit eine gute Anbindung an das Zentrum für Medical Wellness im Gräflichen Park. Die Park Klinik Bad Hermannsborn (Ortsteil von Bad Driburg) ist seit Herbst 2006 als Rehabilitationsfachklinik im Klinikportfolio des Unternehmens. Das wie ein Grandhotel wirkende Hauptgebäude und der moderne Anbau liegen in einer für die Region charakteristischen Hügellandschaft im eigenen Park von Bad Hermannsborn am Fuße des Naturparks Teutoburger Wald. Die Einrichtung mit insgesamt 216 Betten hat sich auf die Fachbereiche Kardiologie, Diabetologie, Orthopädie sowie Psychosomatik fokussiert. Dabei liegt eine besondere Spezialisierung in der Therapie von Patienten mit schwerer Herzschwäche unterschiedlicher Ursache sowie der kombinierten Erkrankung „Herz und Diabetes". Darüber hinaus besteht ein hoch spezialisierter Diabetesschulungsbereich. Die Behandlungsschwerpunkte der Klinik für Psychosomatik, Psychiatrie und Psychotherapie sind Krankheitsbilder aus den Bereichen Allgemeine Psychosomatik und Internistisch-neurologische Psychosomatik. Die vierte nach höchsten Qualitätsanforderungen geführte Klinik der Unternehmensgruppe ist die Moritz Klinik im thüringischen Bad Klosterlausnitz. Die 1993 im Rahmen von Aufbau Ost gegründete Klinik (302 Zimmer) ist spezialisiert auf Neurologie, Orthopädie sowie auf die Rehabilitation von (Schwerst-) Brandverletzten und neurologische Frührehabilitation. In der benachbarten Universitätsstadt Jena eröffneten die Gräflichen Kliniken im Jahr 2013 außerdem das Ambulante Reha Zentrum Jena: Auf 3.800 m² erhalten Patienten ambulante Therapien mit besonderem Augenmerk auf der Wiederherstellung für den Beruf. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der gesundheitlichen Prävention.

Seit 1782 steht das Familienunternehmen im Dienst heilungssuchender Menschen. Welchen Stellenwert hat die Qualitätssicherung?

Für jede der Gräflichen Kliniken stand von Anfang an fest, dass eine Klinik geschaffen werden sollte, in der der Patient im Mittelpunkt steht und von hoch qualifizierten Mitarbeitern aus der Region behandelt wird. Somit nimmt das Qualitätsbewusstsein einen großen Stellenwert in der Unternehmensgruppe ein – eine Konstante, die sich seit den Anfängen nicht verändert hat, mit der alle Dienstleistungen ständig kritisch überprüft werden und die den Erfolg der Unternehmensgruppe ausmacht. Und so formulierte Caspar Heinrich von Sierstorpff (1750 – 1840), der Gründer des Bad Driburger Heilbades: „Es ist erstaunlich, wie nah man an die höchste Qualität kommt, wenn man bereit ist, jeden Tag daran zu arbeiten.“  Mit dem zertifizierten Qualitätsmanagement-System nach DIN EN ISO 9001 wird interne Transparenz geschaffen, klare Schnittstellen zwischen den einzelnen Abteilungen definiert  und der Prozeß der kontinuierlichen Verbesserung in Gang gesetzt und am Laufen gehalten. Das System überwacht z.B. die Einhaltung aller für eine Klinik erforderlichen gesetzlichen Vorschriften (Hygiene, Brandschutz, Medizinprodukte, Arbeitsschutz, Technische Verordnungen u.v.a.m.) und gibt damit dem Patienten Sicherheit. Darüber hinaus fördert und überwacht es die ständige Fortbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, d.h. der Patient kann sicher sein, dass er so behandelt wird, wie es dem aktuellen Stand der Medizin entspricht. Selbstverständlich ist bei aller Systematisierung nach wie vor die individuelle, persönlichkeits- und krankheitsbezogene Behandlung unsere Patienten stets sichergestellt.

Gibt es Synergien innerhalb der Unternehmensgruppe, von denen die Patienten profitieren können? Bestehen Netzwerke mit anderen Kliniken und Partnern aus der Medizin?

Die  Unternehmensgruppe  Graf  von  Oeynhausen-Sierstorpff mit den drei Gräflichen Kliniken an einem Standort – Caspar Heinrich Klinik, Marcus Klinik und Park Klinik Bad Hermannsborn – sowie dem Gräflicher Park Grand Resort, der großen Parkanlage und  den  Naturparkquellen  zählt zu  einer  Besonderheit  der  Region,  die  man  in  dieser  Art  und  Weise  nirgendwo  anders  findet. Zudem ist Bad Driburg ein Ort, an dem erdgebundene, natürliche Heilmittel (Moorbad, Heilwasser) hoch geschätzt werden. Synergieeffekte innerhalb der Unternehmensgruppe sind somit bereits schon vor mehreren Jahren entstanden und werden von Generation zu Generation weiter ausgebaut. Unsere Patienten profitieren einerseits von den Produkten der Bad Driburger Naturparkquellen wie z.B. dem Heilwasser, andererseits von individuell, auf die Bedürfnisse eines jeden Gastes ausgerichtete Sport-, Gesundheits- und Entspannungsprogramme, die gemeinsam von Mitarbeitern der Gräflichen Kliniken sowie dem Gräflicher Park Grand Resort zusammengestellt werden.

Mit modernen Strukturen und kreativem Know-how wurden Tradition und Werte des Familienunternehmens UGOS erfolgreich bis in die Gegenwart weiterentwickelt. Tradition und Moderne – ist das nicht ein Widerspruch in der Medizin?

Ganz und gar nicht! Etwas von Generation zu Generation weiterzugeben oder etwas beibehalten, das aus Erfahrung Positives nach sich zieht – das ist Tradition. Nachhaltigkeit sowie ein hoher Qualitätsanspruch sind somit traditionsreiche Werte, die einerseits Marcus Graf von Oeynhausen-Sierstorpff von seinem Vater mit auf den Weg gegeben bekommen hat. Andererseits sind dies aber durchaus auch unumgängliche Maximen, die ihren Platz in der Medizin finden. Den medizinischen Fortschritt sowie Veränderungen im Rehawesen nicht außer Acht lassen – spiegelt die Moderne wieder. Erfahrungen aus den vergangenen Jahren mit Erkenntnissen aus dem Jetzt verbinden: das Zusammenspiel von Tradition und Moderne ist somit keineswegs ein Widerspruch, sondern vielmehr eine Notwendigkeit, um mit der Zeit zu gehen und neue Angebote schaffen zu können. Nur so lässt sich der jahrelange Erfolg der Gräflichen Kliniken auch in Zukunft fortführen.

Nachhaltigkeit spielt in der UGOS eine wichtige Rolle. Was bedeutet das für die Personalführung der Gräflichen Kliniken?

Nachhaltige Personalführung spielt nicht nur in den Gräflichen Kliniken, sondern in der gesamten UGOS eine große Rolle. Durch eine positive Arbeitsatmosphäre und individuelle Förderprogramme für Mitarbeiter liegt die Betriebszugehörigkeit bei durchschnittlich 12 bis 15 Jahren. Einige Mitarbeiter arbeiten bereits in der dritten Generation im Familienunternehmen. Nachwuchsförderung, Verantwortungsgefühl gegenüber den Auszubildenden und Weiterbildung sind wichtige Faktoren, um die Zufriedenheit und damit auch die Arbeitsergebnisse der Mitarbeiter auf einem hohen Niveau zu halten. Durch die gute, offene Kommunikation untereinander können die Arbeitsbedingungen kontinuierlich und den aktuelle Bedürfnissen und Anforderungen angepasst werden.

Gerade in einem Familienunternehmen wird der fürsorgliche und respektvolle Umgang mit Patienten und Mitarbeitern erwartet. Steht eine vertrauensvolle Partnerschaft und Zusammenarbeit auch für eine erfolgreiche Zukunft der Gräflichen Kliniken?

Eine erfolgreiche Zusammenarbeit basiert immer auf Vertrauen als Grundvoraussetzung. Einerseits ist hier das gegenseitige Vertrauen, andererseits das Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit, um immer wieder neue Energien für das gemeinsame Streben nach Marktführerschaft zu erzeugen, entscheidend. Zusammen mit unseren qualifizierten und engagierten Mitarbeitern realisieren wir seit Generationen durch begeisternde und vertrauensvolle Partnerschaft mit unseren Kunden eine erfolgreiche gemeinsame Zukunft.